Gemeinde Mittelbiberach

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In der Gemeinde Mittelbiberach können Sie so einiges erleben. Deshalb ist unser Veranstaltungskalender stets auf dem neuesten Stand.

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Mittelbiberach und Reute - einst und heute

Frühbesiedlung

Das Mittelbiberacher Schloss
Das Mittelbiberacher Schloss

Über die Frühbesiedlung unserer Gemeinde ist nur wenig bekannt. Eine keltische Viereckschanze, aus der Zeit ca. 200 v. Christus, im Gewann Junkersghau in der Gemarkung Oberdorf, ist im Schutze des Waldes erhalten geblieben. Nach neueren Erkenntnissen war eine Viereckschanze nicht nur eine kultische Anlage, sondern auch Flucht- und Schutzanlage für die keltischen Siedler. Aus gleicher Zeit stammen wohl auch die Grabhügel ca. 3 km von der Viereckschanze entfernt im Forst der Gemarkung Reute.

Die Entstehung Mittelbiberach dürfte als Teil einer schwäbischen Grafschaft durch Schenkung an das um 770 gegründete Stift Buchau gekommen sein. Bald wurde jedoch die klösterliche Grundherrschaft durch eine kaiserliche Gerichtsbarkeit ergänzt. Es wurde ein Reichsvogteiamt aufgestellt, das für die Sicherheit des Reichs und die Bevölkerung zu sorgen hatte. Durch Vererbung und Verkauf wurde das große Gebiet dieser Grafschaft stetig verkleinert. Andererseits wurde durch mehrere Teiler die Pfründe des Kaisers vermehrt. Nach den Herren von "Bibra", die 1083 erstmals erwähnt sind, fiel die Herrschaft wohl als Erbe an Kaiser Friedrich I zurück. Das Bestehen einer typisch alemannischen Markgenossenschaft in Mittelbiberach deutet auf eine früh eingerichtete Reichsvogtei mit den Orten Mittelbiberach, Oberdorf, Reute und Rindenmoos hin. Nach der kaiserlosen Zeit hatte Rudolf von Habsburg versucht, das fast untergegangene Herzogtum Schwaben an sich zu bringen, vor allem aber das Reichsgut wieder neu zu ordnen, um es wieder verleihen zu können.

Der heute geläufige Name "Mittelbiberach" ist zum ersten Mal in dieser Form im Jahre 1275 nachgewiesen.

Ab 1350

Um die Zeit von 1350 werden die Herren von Stein, dann die Herren von Andelfingen, die es wiederum 1440 in der Verwandtschaft an den Jakob Schad, ebenfalls reicher Biberacher Patrizier, veräußerten, genannt. 1603 kam die Herrschaft Mittelbiberach durch Heirat an Hans Ludwig von Ulm, dem späteren Reichsvizekanzler, der durch seinen Einfluß die Herrschaft weiter vergrößern konnte. Als 1806 die Übernahme des Königreiches Württemberg und die Auflösung der Markgenossenschaft vollzogen wurde, war der Einfluß der Herrschaft geschwunden. Im Jahr 1922 wurde das Rittergut von Freiherrn Max von Ulm-Erbach zu Erbach an seinen Neffen, den Grafen Alexander von Brandenstein-Zeppelin, dem Schwiegersohn des berühmten Luftschifferbauers Graf Ferdinand von Zeppelin, vermacht, dessen Nachkommen noch heute das stattliche Schloß bewohnen.

Reute

Das Dorf Reute, das im weitesten Sinn das Schicksal der anderen Vogteiorte teilt, wird in den alten Urkunden nicht immer erwähnt, weil es lange Zeit nur wenige Gehöfte hatte. Grundherrschaftlich war Reute deshalb bedeutend, weil im Zentrum des Dorfes ein Buchauer Maierhof stand, der über namhafte Sonderrechte verfügte. Im Jahr 1351 wurde dieser vom Stift Buchau einschließlich des Kirchensatzes zu Mittelbiberach an den Spital zu Biberach verkauft.

Pestfriedhof

Pestfriedhof in Mittelbiberach
Pestfriedhof in Mittelbiberach

Eine besondere Anlage stellt der sogenannte Pestfriedhof an der Straße nach Biberach dar. Die Friedhofsmauer und die Kapellen konnten 1990 durch die tatkräftige Unterstützung der örtlichen Vereine sowie 2004 durch eine freiwillige, ehrenamtliche Bürgeraktion renoviert werden. Der Ursprung dieser Anlage geht auf das Jahr 1611 zurück, als in Reute die Pest ausgebrochen war.

Gemeinde Mittelbiberach

Im Jahr 1934 wurde die Gemeinde Oberdorf in die Gemeinde Mittelbiberach eingegliedert. Aufgrund freiwilliger Vereinbarung ist die politische Gemeinde Reute mit Findenmösle, Unterreute und Geradsweiler im Jahre 1973 mit Mittelbiberach zusammengeschlossen worden.

Heute

Mittelbiberach liegt inmitten von Feldern und Wiesen, umrahmt von Wäldern, im Rotbachtal. Der Charakter des Dorfes hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte wesentlich verändert. In der nahen Kreisstadt Biberach an der Riß mit der großen Industrieentwicklung hat der überwiegende Teil der Bevölkerung Beschäftigung gefunden, sodass nur noch wenige Ortsbewohner in der Landwirtschaft tätig sind. Gab es 1949 noch ca. 140 landwirtschaftliche Vollbetriebe, so waren es 1985 nur noch 77 Betriebe und derzeit ca. 20.

Mit der wirtschaftlichen Umschichtung fand gleichzeitig ein verstärktes Anwachsen der Einwohnerschaft statt. Von ca. 1000 Einwohnern im Jahr 1900 stieg die Einwohnerzahl auf heute rund 4.400. Dieser Zuwachs ließ neue Wohngebiete entstehen. In den Teilorten Schönenbuch, Zweifelsberg und Waldhofen sind vorwiegend nur hauptberufliche Landwirte ansässig.

In den vergangenen Jahren hat sich Mittelbiberach in stetigem Wandel von der landwirtschaftlich strukturierten Gemeinde zur attraktiven Wohngemeinde weiterentwickelt. Alle wichtigen und notwendigen Dienstleistungen, die zum täglichen Leben gehören, wie Einkaufsmöglichkeiten, Handwerksbetriebe und ärztliche Versorgung werden am Ort angeboten. Die Verkehrsanbindung mit Bussen und Geh- und Radwegen an die Stadt Biberach ist hervorragend. Mit der modernen Grund- und Werkrealschule, den Kindergärten, der Turn- und Festhalle, dem Oberdorfer Vereinshaus und der Gemeindehalle mit dem Haus der Vereine in Reute verfügt die Gemeinde über alle, ein reges und interessantes Gemeindeleben fördernde Einrichtungen.

Die örtliche Besonderheit ist das äußerst lebendige und vielseitige sportliche, soziale und kulturelle Vereinsleben. Rund 50 Vereine und Vereinigungen bieten in Mittelbiberach und Reute für jeden etwas. Anfang September lockt jedes Jahr das Mittelbiberacher Heimat- und Bürgerwehrfest nicht nur die Bürger, sondern auch zahlreiche Fremde aus nah und fern, an. Die seit nunmehr 400 Jahren bestehende Bürgerwehr sowie Abordnungen aus der Umgebung gestalten mit ihren farbenprächtigen historischen Uniformen das Fest zu einer wirklichen Sehenswürdigkeit.